Rasseporträt

Amerikanischer Collie

 

Der Amerikanische Collie stammt wie der im Englischen Typ gezüchtete Collie von Schottischen Schäferhunden ab. Vor etwa 200 Jahren begannen die nicht in der Landwirtschaft tätigen Liebhaber dieser Schottischen Schäferhunde in England, ihre Hunde an die Schönheitsideale des damaligen Ausstellungswesens anzupassen.

„Edle“ Hunde dieser Zeit hatten schmale Köpfe. Windhunde standen beim Adel hoch im Kurs. So mag manch ein Barsoi in der Colliezucht mitgemischt haben. Viele Collie-Köpfe lassen heute noch die Verwandtschaft erahnen. Die nicht mehr hütenden Collies durften langhaariger sein. Wetterfestigkeit spielte keine so große Rolle mehr. So wurden die Englischen Linien immer plüschiger, feiner und weicher in der Fellstruktur. Anders in Amerika: Hier macht der Langhaar-Collie auch heute noch der Bezeichnung „Rough Collie“ (rough = rauh, harsch) alle Ehre. Er hat zwar auch üppiges, weiches Unterfell, das aber längst nicht so langhaarig wie beim Englischen Typ ist. Sein Deckhaar ist sehr kräftig, deutlich länger als das Unterfell und auch heute noch harsch im Griff.

Charakter & Verhalten

Den Amerikanischen Collie zeichnet ein freundliches, unerschrockenes Wesen aus. Er hat eine hohe Reizschwelle und bleibt in allen Lebenslagen ruhig, gelassen und leichtführig. Andererseits ist er durchaus ein temperamentvoller Arbeitshund, der sich bestens für die unterschiedlichsten Aufgaben motivieren und ausbilden lässt. Amerikanische Collies sind sehr auf den Menschen bezogene und besonders intelligente Hunde. Sie lernen unglaublich schnell – eine Eigenschaft, die allen guten Trainern große Freude bereitet. Mit Kindern versteht er sich hervorragend. Wird es ihm zuviel, geht er einfach und zieht sich auf seinen Ruhplatz zurück. Im Umgang mit andern Hunden ist der Amerikanische Collie ebenfalls sehr friedfertig und freundlich.

Haltung & Pflege

Solange er körperlich fit und gesund ist, braucht der Amerikanische Collie täglich ausreichend Bewegung, artgerechtes Spielen und Kopfarbeit, die ihn fordert. Das lange Fell bedarf einer gewissen Pflege und sollte mindestens alle zwei Wochen gründlich gebürstet und von eventuell vorhandenen Verfilzungen befreit werden. Dann ist auch die Kontrolle der Zähne, Ohren und Krallen dran. Die Haut auf der Innenseite der Ohren sollte sauber und glatt sein. Geringfügige Ablagerungen in den Augenwinkeln können vorsichtig mit einem sauberen Taschentuch entfernt werden. Tränende, gerötete oder eitrige Augen gehören tiermedizinisch versorgt.

Beschäftigung & Erziehung

Der Amerikanische Collie ist ein „Familienmensch“. Er liebt es, überall dabei zu sein und baut eine sehr enge Bindung zu seiner Familie auf. Er ist ein „Teamplayer“, der leicht zu motivieren ist und sehr schnell lernt. Stupide Wiederholungsübungen findet er langweilig, da kann er schon mal dickköpfig werden. Aber jede Art von Beschäftigung wie Agility, Obedience, Dog Dance oder andere Hundesportarten betreibt er mit Begeisterung. Es muss aber kein Hundesport sein. Fahrrad fahren, Joggen, oder auch als Reitbegleithund durch Wald und Flur zu streifen ist genauso schön. Im Haus ist er ruhig und unauffällig. Der Amerikanische Collie ist sensibel und intelligent, daher leicht zu erziehen und auch für Hundeanfänger geeignet. Härtere Erziehungsmaßnahmen sind bei ihm völlig unangebracht. Der Collie muss mit Liebe und Konsequenz erzogen werden, dann ist er ein wundervoller Partner.

Erbanlagen und Gesundheit

Der Amerikanische Collie gehört zu den Hütehunden und kann daher auch von deren speziellen Gesundheitsbelastungen betroffen sein. Dazu zählt als Erstes der MDR1-Defekt, der eine schwere Medikamentenunverträglichkeit zur Folge hat. Durch einen einfachen Gentest kann dieser Defekt schon im Welpenalter festgestellt, durch gezielte Anpaarungsvorschriften sogar komplett vermieden werden. Weiterhin sind bei Hütehunden erbliche Augenerkrankungen verbreitet, allen voran die Collie-Eye-Anomaly (CEA). Welpen sollten daher im Alter von sechs bis acht Wochen von einem Augenspezialisten untersucht werden, um eine mögliche Erkrankung zu diagnostizieren. Auch für die CEA gibt es inzwischen zuverlässige Gentests. Der Amerikanische Collie gehört zu den größeren Hunderassen. Um später Gelenkprobleme zu vermeiden, sollte der Junghund nicht übermäßig sportlich belastet und so gefüttert werden, dass er schlank bleibt.
 

Chesapeake Bay Retriever

 
Weitere Informationen

Rassevereine und Rasseclubs

Club für Amerikanische Collies e.V. (CfAC)

Westdeutscher Zucht- und Rassehunde Verein e.V. (WZRV)

Internationaler Rasse-, Jagd- und Gebrauchshunde-Verband e.V. (IRJGV)

Adressen im Internet

Hunde.com

 
Buch-Tipp
 
Stephanie Noelle: Amerikanische ColliesDieses Buch von Stephanie Noelle, Züchterin und Vorsitzende des Club für Amerikanische Collies e.V., bietet weitere, umfassende Informationen zum Charakter, den Einsatzmöglichkeiten und rassespezifischen Erkrankungen von Amerikanischen Collies. Außerdem finden Sie darin wichtige Tipps für den Welpenkauf.

Mehr Informationen zum Buch von Stephanie Noelle

 

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