Eine revolutionäre Fütterungsmethode

Was genau hinter dem ABAM-Konzept steckt und für welchen Hund das entspannte Konzept geeignet ist, erklärt Tierarzt Ralph Rückert.

Abam

Nichts treibt viele Hundebesitzer mehr um, als die Ernährung ihres vierbeinigen Familienmitglieds. Unzahlen von Büchern, Internet-Foren und Facebook- Gruppen beschäftigen sich ausschließlich mit diesem Thema. Hunderte von Sorten Trocken- und Nassfutter, Selbstgekochtes, BARF, Prey Model Raw, Raw Meaty Bones, und das alles für eine Tierart, die ohne jedes Zögern ihre eigene Kotze frisst? Hier kommt die Revolution der Hundeernährung: ABAM – Abstauber Bekommen Alles Mögliche! 

Seit mindestens 30.000 Jahren und ebenso vielen Generationen lebt der Hund mit uns Menschen zusammen und ernährt sich in erster Linie natürlich nicht von rohem Fleisch wie sein Stammvater aus grauen Vorzeiten, der Wolf, sondern von dem, was wir ihm geben, was wir ihm übrig lassen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Fleisch über lange Zeiträume ein Luxusgut war, das auf regelmäßiger Basis nur Jagdgesellschaften oder der Oberschicht zur Verfügung stand. 

Der Hund als Abstauber 

Dabei hat der Hund über all diese Jahrtausende und in allen Weltregionen die annähernd gleiche ernährungsphysiologische Anpassungsfähigkeit bewiesen wie der Mensch. Canis familiaris, der Haushund, ist schon seit Ewigkeiten nicht mehr der edle, aber oft genug große Not leidende Jäger Wolf, er ist ein Abstauber, ein Abfallsammler, ein Gelegenheitsjäger und ein Dieb, der sein Überleben sehr erfolgreich durch seine Partnerschaft mit uns Menschen gesichert hat. 

Ein derartig an eine Existenz als Abstauber adaptiertes Lebewesen ist in seiner Ernährung eher auf Vielseitigkeit als auf Eintönigkeit angewiesen. Immer das Gleiche zu füttern, sei es Trocken- oder Dosenfutter, sei es Selbstgekochtes, BARF oder Prey Model Raw, ist für den Hund die pure Langeweile und öffnet darüber hinaus irgendwelchen Ernährungsfehlern Tür und Tor. Die ABAM-Methode trägt dieser Tatsache Rechnung und bietet dem Hund sowohl Abwechslung als auch die Garantie auf alle Nahrungsbestandteile, die er je brauchen könnte.

Vielfalt ist die Devise

Was kann ich meinem Hund nach der ABAM-Methode geben? Ganz einfach: Zusätzlich zu einem Grundgerüst aus diversen und vielfältigen Alleinfuttermitteln für Hunde und auch mal rohem Fleisch eigentlich fast alles, was sie einem Schulkind auch erlauben würden. Natürlich sollte man gewisse Grundkenntnisse über für Hunde gefährliche Nahrungsmittel wie Avocados, Zwiebeln und Weintrauben besitzen, ansonsten ist das alles mehr als unkompliziert.

So wie wir Menschen nicht alle Nahrungsmittel gleich gut vertragen und auf manche vielleicht sogar negativ reagieren, verhält es sich auch beim Hund. Die Anwendung der ABAM-Methode setzt natürlich eine halbwegs genaue Beobachtung des Hundes und seiner Reaktionen auf die verschiedenen Nahrungsmittel voraus. Verträgt er etwas nicht optimal – bei unserem Terrier Nogger ist das Süßwasserfisch wie Forelle – dann meidet man das eben. Sachen, die sogar uns Allesfressern regelmäßig Probleme machen (Paprika, Kohl, Hülsenfrüchte etc.) sollte man mit Vorsicht verfüttern. Ach ja, nebenbei bemerkt: Es ist kein Weltuntergang, wenn ein Hund mal etwas weicheren Kot absetzt! Fragen Sie sich bitte selbst, ob Ihr Stuhlgang immer von idealer Konsistenz ist.