Nina Ruge und ihre Hunde

Moderatorin und leidenschaftliche Hundebesitzerin Nina Ruge verrät, warum acht Pfoten noch besser als vier sind.

Nina Ruge mit Hund

Endlich! Nach 20 Jahren täglicher Live-Sendungen hatte ich mich entschieden, damit aufzuhören. Plötzlich konnte ich mein Leben frei planen. Von Arbeitslosigkeit keine Spur – da gibt es bis heute viele Sendungen, Kongresse, Podiumsdiskussionen zu moderieren, aber ich verbringe für die Vorbereitung viel mehr Zeit zu Hause. Also konnte ich mir endlich den lang gehegten Wunsch erfüllen: ein Hund! 

Ein Rassehund sollte es sein 

Als Anfängerin war mir klar: Ein Rassehund sollte es sein, der von der Hunde-Mama eine ordentliche Welpenerziehung genossen hatte – und dessen Eigenschaften zumindest ansatzweise einzuschätzen sind. Also, mein Wunschhund: keine Moderasse und robust sollte er sein. Am besten auf einem Bauernhof aufgewachsen, mit netten Menschen, Rindern und Schweinen. Kurzhaar unbedingt, weil er im Sommer mit mir in der Toskana leben würde. Und er sollte kein Jäger sein. Intelligent sehr gerne! 

Zufällig erlebte ich bei einer Nachbarin einen Entlebucher Sennenhund. Und prompt war es um mich geschehen. So kam Lupo zu uns, direkt aus dem Schweizer Entlebuch. Aufgewachsen mit netten Menschen, Rindern und Schweinen. Lupo ist heute ein Traumhund: menschenbezogen, verschmust, lebenslustig, bewegungssüchtig, liebevoll – und ein Ballkünstler. Das war nicht immer so. Schließlich ist er ein Treibhund. Die mögen es, sehr selbstständig Schafherden zu führen, aber nicht unbedingt erzogen zu werden. Doch da sind wir heute durch. 

Zum Rüden eine Hündin 

Als Lupo drei Jahre alt wurde, wuchs der Wunsch nach einem zweiten Hund. Ich verbrachte die Sommer allein in der Toskana, flog nur zum Arbeiten nach Deutschland zurück und fand: Ein Wachhund wäre genau richtig für mich! Denn jeder Einbrecher hätte Lupo ganz locker mit einem Tennisball ausgetrickst. Ich überlegte gemeinsam mit meiner Hundetrainerin hin und her. Wir fanden beide: Ein Großer Schweizer Sennenhund sollte es werden, und zwar zum Rüden eine Hündin! Die Großen Schweizer lieben Menschen, Haus und Hof, sind hervorragende Wächter, aber nicht grundaggressiv. Gemütlicher, langsamer, nicht ganz so intelligent. So kam Simba ins Haus. 

Mit Lupo hatte sich mein Leben bereits grundlegend verändert: Tägliches Toben im Park oder in den toskanischen Hügeln, Orte für Meetings und Restaurants wurden nach Hundefreundlichkeit ausgewählt, etc. Mit zwei Hunden steigert sich das. Welcher Restaurantbesitzer hat schon gerne zwei Fellnasen, die unterm Tischtuch hervorlugen? Welches Meeting bleibt cooles Meeting, wenn mich zwei selbstbewusste Vierbeiner begleiten? Die logische Folge: Ich überlegte noch viel gründlicher, ob ich diesen oder jenen Termin wirklich wahrnehmen oder doch lieber bei meinen Beiden bleiben wollte. 

Acht Pfoten sind noch besser als vier 

Zweimal Tierarzt, zweimal erziehen, zweimal füttern – „Zwei Hunde sind zwei Hunde“, kommentierte ein guter Freund trocken die Acht-Pfoten-Situation. Wohlgemerkt: Er hat drei Hunde. Mit der Entscheidung für Simba war klar: Mein Leben würde noch „tierischer“ werden. Und wärmer. Und unbeschwerter. Als Simba mit nur 15 Monaten an Knochenkrebs verstarb, ging die Welt unter. Ein so junges Tier so furchtbar leiden zu sehen, ihm nicht helfen zu können, zerriss mir das Herz. Und ich hielt es nach ihrem Tod ohne „die Zweite“ einfach nicht aus. Heute ist Vroni an Lupos Seite, macht jede Menge Blödsinn, wickelt uns um den Finger und ist zum Niederknien. Ja: Zwei Hunde sind zwei Hunde. Und Glück zum Quadrat.