Hundetrainerin Perdita Lübbe-Scheuermann

Wir stellen Deutschlands bekannteste Hundetrainer ganz privat vor. Diesesmal Perdita Lübbe-Scheuermann.

Perdita Lübbe-Scheuermann

Wann entstand der Gedanke, mit Mensch und Hund arbeiten zu wollen?

Schon als Kind hatte ich die Vision, eines Tages zu unterrichten. Dabei schwebte mir aber kein Lehrerinnen- Job in der Schule vor. Ich wollte als Reitlehrerin oder in einem anderen Bereich mit Menschen und Tieren arbeiten, um ihnen etwas Wertvolles zu vermitteln. 1987 begann ich nebenberuflich als Trainerin im Deutschen Retriever Club (VDH). Seitdem hat mich der Virus „Hund und Mensch“ nicht mehr losgelassen. 

Welcher Hund hat Sie nachhaltig beeindruckt?

Bruno, ein Großer Münsterländer Vorstehhund, mit dem ich einen Großteil meiner Kindheit verbrachte. Eine unglaublich starke Hundepersönlichkeit mit einer faszinierenden Ausstrahlung. Ich brachte ihm Tricks bei und lief stundenlang mit ihm durch den Wald – wir standen uns ganz nah. Ich muss heute noch schlucken, wenn ich an diesen willensstarken, großartigen Hund denke, der sich von meinem Onkel nichts und von mir alles sagen ließ … Bruno ist es zu verdanken, dass ich Hundetrainerin bin. 

Gab es ein Erlebnis mit Hund, durch welches sich Ihr bisheriger Weg veränderte?

Einige. Das Leben gleicht einem Zickzack- Kurs. Alle neuen Hunde in meinem Leben verändern es automatisch ein wenig. Allerdings hat mich eine – von mir selbst verschuldete – Bissverletzung im Jahr 1994 demütiger werden lassen und führte in gewisser Weise zu einer Kurskorrektur. Diesem Hund bin ich dankbar für die klare Botschaft, die er mir damals mit auf den Weg gab. Ohne dieses Vorkommnis hätte ich sicher nicht so viel begriffen. Ab dem Moment wusste ich: Überheblichkeit hat in der Hundeerziehung nichts zu suchen. Dem Golden Retriever verdanke ich ein Plus an Selbstkritik, Respekt, Empathie und Fingerspitzengefühl. Pauschalisierungen à la „Alle Retriever sind …“ gehören seitdem der Vergangenheit an. 

Welcher Hund traf Sie ins Herz und veränderte Ihre Sicht?

Mein aktueller Rüde Maru A Pula. Das heißt „Regenwolke“ in der südafrikanischen Bantusprache der Tswana. Maru ist ein Louisiana Catahoula Leopard Dog und vier Jahre alt. Er kam mit einem riesigen Knall in mein Leben, weil er anders war als alle anderen: aufmüpfig und sperrig. Laut und schnell, sensibel und scheinbar taff. Distanziert, aber ganz bei sich. Seither ist vieles anders. Er spiegelt mich perfekt. Ich habe den Eindruck, mit Maru eine fast symbiotische Wesensverbindung zu haben. Ihn würde ich glatt klonen lassen, wenn nicht so Vieles dagegen spräche (lacht).