Was macht der Floh im Winter?

Zehn Fragen und zehn Antworten über Hundeflöhe von Tierarzt Dr. Wieland Beck.

Floh im Winter
  1. Frühjahr, Sommer und Herbst ist Flohsaison. Was machen die Flöhe im Winter?
    Die Auffassung, dass Flöhe nur in der wärmeren Jahreszeit vorkommen, ist nicht richtig. Auch im Winter sind sie auf Tieren anzutreffen. Da sie bei niedrigen Umgebungstemperaturen nicht die optimalen Verhältnisse vorfinden, ist die Vermehrung eingeschränkt. Larven und Puppen kommen wegen ihrer Temperaturempfindlichkeit nur eingeschränkt über den Winter.

  2. Gehen die Flöhe auch im Winter mit dem Hund aus dem Haus und können sie dann auf andere Tiere übertragen werden?
    Durch die Haltung von Hunden in beheizten Räumen findet der Floh das ganze Jahr über günstige Entwicklungsbedingungen. Die Gefahr des Übergangs auf andere Tiere ist besonders bei engem Kontakt gegeben. Flöhe sind zu Sprüngen über ca. 45 cm in der Lage.

  3. Handelt es sich in der wärmeren Jahreszeit um dieselbe Flohart wie im Winter?
    Beobachtungen haben gezeigt, dass das ganze Jahr über bei uns der Katzenfloh offensichtlich die häufigste Flohart ist. Er kann neben Katzen aber auch andere Wirtstierarten, wie den Hund oder den Menschen, befallen.

  4. Ist die Infektionsgefahr mit dem Gurkenkernbandwurm beim Flohknabbern für den Hund auch zu dieser Jahreszeit gegeben? Gibt es also nicht nur „Winterflöhe“, sondern auch „Winterwürmer“?
    Für den Gurkenkernbandwurm sind Flöhe Zwischenwirte. Der durch Flöhe verursachte Juckreiz veranlasst Hunde u.a. zum Beknabbern des eigenen Haarkleides. Nach Aufnahme und „Knacken“ von Flöhen werden hierdurch Bandwurm-Entwicklungsstadien abgeschluckt, auch im Winter.

  5. Haben Katzen und Hunde im Haushalt die gleichen Flöhe?
    Neben der häufigsten Flohart, dem Katzenfloh, sind auch Hunde-, Hühner-, Igel- und Menschenflöhe nicht selten auf Hund und Katze zu finden. Da Flöhe nicht sehr wirtsspezifisch sind, haben sie kein Problem damit, auf der Suche nach einem geeigneten „Blutspender“ von einer Wirtstierart zur anderen zu wechseln.

  6. Der Verlust des wenigen Blutes, das ein Floh dem Hund abnehmen kann, schadet dem Vierbeiner nicht“, werden manche Hundebesitzer aber denken. Haben sie grundsätzlich recht?
    Die Flöhe durchstechen an dünnhäutigen Stellen die Epidermis und saugen während der normalen Saugdauer von 20 bis 150 Minuten das bis 20-fache des Fassungsvermögens ihres Magens, von dem der größte Teil umgehend wieder ausgeschieden wird. Bei fehlender Vorbeugung kann es zu einem Massenbefall mit Flöhen kommen. Bei abwehrgeschwächten oder Jungtieren können diese Parasiten in großer Zahl zu einer Blutarmut führen.

  7. Wieviel Kälte verträgt ein Floh und seine Entwicklungsstadien?
    Die Flöhe entwickeln sich über eine Reihe von Stadien (Ei, Larve, Puppe und erwachsener Floh). Kein Entwicklungsstadium überlebt Temperaturen unter 3 °C über 10 Tage. Die Überwinterung des erwachsenen Blutsaugers erfolgt daher vorwiegend auf dem Wirtstier. In beheizten Räumen können sich die Parasiten auch in der kalten Jahreszeit gut vermehren.

  8. Wie alt kann ein einzelner Floh maximal werden?
    Erwachsene Flöhe, die regelmäßig Blut aufnehmen, können über 100 Tage alt werden. Wenn keine Wirte vorhanden sind oder ungenügend Gelegenheit zur Blutaufnahme besteht, werden sie nur max. zwei Monate alt.

  9. Ein Floh auf der Schlafmatte ist schlimmer als ein Löwe in der Wüste (chinesisches Sprichwort). Würden Sie dem zustimmen und können Flöhe zur echten Qual für den Hund werden?
    Flohbefall hat medizinische Folgen. Flohstiche verursachen Juckreiz und können zu Hautirritationen führen. Bei Hunden, die unter einer Flohspeichelallergie leiden, kann ein einziger Floh genügen, um eine schwere Entzündung der Haut auszulösen. Tatsächlich können Flöhe auch Krankheitserreger übertragen, z.B. Bandwürmer oder Bakterien.

  10. Die Heizung läßt sich im Winter nicht abstellen, um den Flöhen „kalte Füße“ zu bescheren. Welche Strategien können Sie zur effektiven Flohbekämpfung empfehlen?
    Bekämpft man die Flöhe erst, wenn man sie registriert, haben sie meist in der Umgebung schon Eier hinterlassen. Es gibt geeignete Flohmittel in Form von Spot-on-Lösungen oder als Spray, seit Kurzem sogar Tabletten. Die Lagerstätten sollten regelmäßig gesäubert werden (Staubsaugen, feuchtes Durchwischen). Bei hochgradigem Befall kann der Tierarzt auch Präparate für die Umgebungsbehandlung verschreiben.