Endlich klappt der Rückruf

Kann ein Zauberwort helfen, dass der Hund gern, schnell und vor allem freiwillig zu uns kommt, wenn wir ihn rufen? In der Tat! Wie das Super-Signal „Kiwi“ funktioniert und so dazu beiträgt, dass der Rückruf bestens klappt.

Hund Rückruf

Wer kennt sie nicht, diese ganz klassische Situation. Man entschließt sich, den Karabiner der Hundeleine zu lösen, um seinem Vierbeiner den heiß geliebten Freilauf zu ermöglichen. Doch wenig später kommt die Reue, zumindest beim Menschen. Der Liebling kommt nicht, wenn er gerufen ist, weil er einen spannenden Artgenossen trifft, zu dem er viel lieber rennt, anstatt zum rufenden Frauchen oder Herrchen zu flitzen. Oder er hat einen Hasen aufgestöbert und findet es viel lustiger, diesen zu verfolgen. „Der Rückruf ist eines der absolut bedeutendsten Signale, denn er ist gerade in Notfallsituationen lebenswichtig“, erklärt Trainerin Kristina Ziemer-Falke. Genau dies macht den Rückruf ihren Worten zufolge aber auch so schwierig: „Dadurch, dass solche Notfallsituationen nicht jeden Tag passieren und sich auch immer unterscheiden, sind sie für den Hund so attraktiv und spektakulär, dass es schwierig für ihn ist, zurückzukommen.“

Das Wort „Hier“ wird oft abgenutzt

Auch, wenn das „Hier“ in der Wohnung bestens klappt, draußen warten andere Gegebenheiten. Und gerade deshalb, weil dieses „Hier“ oft so abgenutzt ist, dass der Hund auf Durchzug schaltet, sei es wichtig, ein ganz spezielles Rückrufsignal einzuführen, das nur verwendet wird, wenn der Hund auch wirklich zuverlässig und definitiv kommen soll. „Ein ‚Hier‘ hat oft keine Konsequenzen. Ich habe nach einem Wort gesucht, das ich nur draußen verwende und das dem Hund signalisieren soll, dass er nun kommen soll. Mein Wort dafür lautet Kiwi“, so die Expertin schmunzelnd. Da der Hund aber mit „Kiwi“ erst einmal überhaupt nichts anfangen kann, muss das Training so aufgebaut werden, dass das Wort „Kiwi“ positiv besetzt ist. Dies erreicht Trainerin Kristina Ziemer-Falke durch klassische Konditionierung, wie beim Clickertraining. 

Belegen Sie Ihr Super-Signal positiv  

„Das bedeutet, dass ich das Wort positiv mache“, erklärt sie. Und so geht es: Nehmen Sie 20 wirklich feine Leckerli und setzen Sie sich vor Ihren Hund, der entspannt und aufmerksam sein sollte. Dann sagen Sie „Kiwi“ und geben ihm unmittelbar darauf eines der Leckerli. Das Ganze viele Male wiederholen, auch zu verschiedenen Zeiten, und schon bald merkt der Hund: Ui – wenn ich „Kiwi“ höre, passiert was sehr Schönes, ich bekomme ein super Leckerli. „Das Wort macht also gute Laune, und genau das brauchen wir“, so die Trainerin. Es sorgt dafür, dass sich der Hund im Normalfall freudig zum Besitzer umdreht, wenn er draußen „Kiwi“ ruft, weil er ja weiß, dass es dann eine Belohnung gibt.