Tabuthemen unter Hundehaltern

Darf Ihr Hund im Bett schlafen? Bekommt er ab und zu ein Häppchen vom Tisch ab oder haben Sie mit dem Rückruf Probleme? Mal ehrlich: Verraten Sie es anderen oder behalten Sie das lieber für sich?

Tabuthema Hund im Bett

Wir kommen immer wieder gerne ins Gespräch mit anderen Hundehaltern. Wir können uns austauschen und erfahren meist auch viel Wissenswertes. Aber ehrlich: sagen Sie immer die Wahrheit? Erzählen Sie, dass Ihr Bichon im Bett schlafen darf? Geben Sie zu, dass es bei Ihrem Terrier noch nicht mit dem Rückruf klappt? Räumen Sie beim Zusammentreffen mit einem Menschen, der Hunde nicht mag, ein, dass Sie mit der Erziehung des Vierbeiners noch nicht so gut vorangekommen sind, und dass Sie schon seit Wochen die Hundeschulstunden geschwänzt haben? Der Druck, der auf uns Hundehaltern lastet, ist enorm. Wir sollen von Anfang an perfekt ausgebildete Hunde durch die Welt führen, Hunde, die sowohl in der Stadt gut klar kommen, als sich auch in der Natur vorbildlich verhalten. Die zu Menschen immer und allzeit freundlich sind und mit anderen Hunden und der gesamten Tierwelt super verträglich sind. Dazu kommt, dass auch im Berufs- und Privatleben hohe Anforderungen an uns gestellt werden. Kein Wunder, dass wir über das, was nicht so gut läuft, lieber Stillschweigen bewahren möchten. Zudem gibt es Themen, die wir lieber nicht ansprechen, weil es uns peinlich ist oder weil wir keine Lust auf lange Diskussionen haben. Seien Sie sicher, Sie sind damit nicht allein. 

Der Hund im Bett 

„Igitt, das ist aber unhygienisch“, sagen die einen. „Aus Dominanzgründen darf der Hund niemals ins Bett“, sagen die anderen. Die Sache mit der Dominanz. Sie wird an vielen Alltagssituationen festgemacht: Der Hund darf immer erst nach dem menschlichen Dinner gefüttert werden, er darf nie zuerst durch die Tür laufen, er darf nicht aufs Sofa und schon gar nicht ins Bett. Denn nur so hält der Mensch seine Stellung als Boss aufrecht. Diese Pauschal-Aussagen gelten heute als überholt. 

Sie können die Dominanztheorie (siehe Kasten rechts) hierbei erst einmal zur Seite schieben. Bevor Sie Ihren Hund ins Bett lassen, überlegen Sie jedoch, ob es seinen Bedürfnissen entspricht und er sich nicht im eigenen Körbchen wohler fühlt. Aus hygienischen Gründen den Hund aus dem Bett zu verbannen, ist ein Aspekt, der durchaus nicht von der Hand zu weisen ist. Aber das sollte jeder Hundehalter selbst entscheiden und sich gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen sowie sich über die Parasitenprophylaxe Gedanken machen. Und wenn ein Partner nicht damit einverstanden ist oder der Vierbeiner zu sehr schnarcht, gibt es Kompromissmöglichkeiten. Etwa das Bereitstellen eines Hundekörbchens im Schlafzimmer oder im Flur z. B. bei geöffneter Tür. So sind alle zusammen, aber jeder kann entspannt schlafen. Die Umgewöhnung kann durchaus einiges an Nerven kosten, wenn der Vierbeiner zunächst partout immer wieder zurück ins Bett möchte, aber mit Konsequenz und Liebe kommt man meist schnell ans Ziel. 

Übrigens: Dass ein Hund bzw. ein Tier im Bett tatsächlich gut für uns ist, fanden gerade erst US-amerikanische Forscher heraus. Laut einer aktuellen Studie der Mayo-Schlafklinik in Scottsdale, Arizona (USA), schlafen Singles besser, wenn ihr Haustier mit im Bett liegt. Schummeln Sie ruhig, wenn Sie Diskussionen über dieses Thema scheuen. Schließlich geht es andere nichts an, was in Ihrem Schlafzimmer passiert.