Wann sollte mein Hund eingeschläfert werden?

Woran erkenne ich den richtigen Zeitpunkt zum Einschläfern? Wo und wie sollte meine Hund eingeschläfert werden? Fragen wie diese sind für betroffene Hundehalter oftmals schwer zu beantworten.

Viele Hundebesitzer haben Angst, den richtigen Zeitpunkt zum Einschläfern zu verpassen. Woran erkenne ich, ob es Zeit ist für die finale Spritze?
Tierärztin Christine Reiser: Meine Erfahrung zeigt, dass beim Blick in die Augen des Hundes die Entscheidung klar wird. Hundehalter, die ihre Tiere ja meist jahrelang begleitet haben, spüren ob es so weit ist. Und ich als Tierärztin habe ja ohnehin das letzte Wort. Es kommt schon mal vor, dass ich sage, nein wir warten noch und versuchen noch diese oder jene Therapie. Umgekehrt erlebe ich auch Situationen, wo Menschen einfach nicht loslassen können und ich interveniere, weil es wirklich schon tierschutzrelevant wäre den Hund weiter zu quälen.

Entscheidend ist doch, hat der Hund noch Lebensqualität. Bewegt er sich altersgemäß, frisst er, verrichtet er seine Geschäfte noch. Altersgemäß bedeutet, dass es völlig normal ist, wenn ein alter Hund schwerfällig aufsteht, keinen einstündigen Spaziergang mehr durchhält oder nicht mehr mit geht zum Joggen. Die 90jährige Oma zerrt ja auch niemand mehr durch den Wald. Manchmal fehlt da die Akzeptanz für den Alterungsprozess und der Blick ist durch egoistische Wünsche getrübt. Selbst Demenz ist kein Grund für Euthanasie. Auch da hilft das klärende Gespräch.

Wo sollte der Hund eingeschläfert werden?
Tierärztin Christine Reiser: Am besten zu Hause, finde ich. Allerdings müssen die Menschen damit umgehen können. Mir sagt schon mal ein Hundebesitzer, ich kann dann nicht mehr auf den Platz schauen wo das tote Tier lag. Andererseits trauen sich manche gar nicht erst den Tierarzt um solch einen Hausbesuch zu bitten. Deshalb bieten wir es bei uns in der Praxis immer direkt an.

Wie sollte eingeschläfert werden?

Tierärztin Christine Reiser: Ich wünsche mir aufgeklärte Tierbesitzer. Deshalb bespreche ich den Vorgang auch immer. In den allermeisten Fällen setze ich einen Venenzugang und spritze zunächst Valium zum Entspannen. Als zweites kommt dann ein Narkosemittel und erst wenn der Hund tief schläft das Barbiturat, das zum Herzstillstand und dann zum Atemstillstand führt. So ist es sicherlich am sanftesten. Dennoch wählen Tierärzte immer noch T61 als Tötungsmittel, weil es nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und ohne bürokratischen Aufwand zu verabreichen ist. Für mich kommt es nicht in Frage, weil es zunächst den Atem lähmt und erst dann das Herz und unangenehm brennt beim Spritzen.