Mein Hund frisst Gras

Meine fünf Jahre alte Eurasier-Hündin frisst auf Spaziergängen gerne Gras. Ist das unbedenklich?

Die Aufnahme von Gras ist bei fast 90 Prozent aller Hunde zu beobachten. Dieses Verhalten wird als angeboren und arttypisch angesehen. Auch Wölfe nehmen in natürlicher Umgebung unterschiedliche Gräser auf. Häufig wird vermutet, dass sich der Hund durch die Aufnahme von Gras etwas holt, das ihm in der Nahrung fehlt - zum Beispiel Rohfaser oder Vitamine. Studien konnten allerdings zeigen, dass kein Zusammenhang zwischen einer unausgewogenen Ernährung oder einer Mangelsituation und dem Fressen von Gras besteht.

Wenige Hunde erbrechen nach der Aufnahme. Hier scheint es aber eine gewollte Konsequenz zu sein. Die Hunde zeigen anschließend ein verbessertes Allgemeinbefinden. Es kann bei einigen Hunden also durch Magenprobleme zu dem Aufnahmeverhalten kommen. In einer größeren Studie betraf dies allerdings nur 0,4 Prozent der grasfressenden Hunde.

Da Hunde häufig zu Unrecht für reine Fleischfresser gehalten werden, erscheint die Aufnahme von Gras erst einmal ungewöhnlich. Es zählt allerdings zum normalen Fressverhalten und wird von der Mehrzahl der Hunde praktiziert. Es besteht also kein Grund zur Sorge! Tierärztin

Stefanie SchmidtStefanie Schmidt ist Tierärztin mit Spezialisierung auf das Fachgebiet der Tierernährung und leitete mehrere Jahre die Ernährungsberatung am Institut für Tierernährung der Universität Leipzig. Dort hat sie ein Ernährungskonzept entwickelt, das es ermöglicht, ein Futter mit maßgeschneiderter, auf den Bedarf jedes einzelnen Hundes angepasster Rezeptur anzubieten, welches Krankheiten und Allergien berücksichtigt.