Geheimnisse der Hundeseele

Wir erleben unseren Hund tagtäglich als zuverlässigen Begleiter und Freund im Alltag. Aber was steckt eigentlich hinter der pelzigen Fassade unseres vierbeinigen Mitbewohners? Was geht in seinem Inneren, in seiner Psyche vor?

Hund denkt

Für die Wissenschaft war die Frage nach der genauen Psyche und dem Seelenleben eines Hundes lange Zeit uninteressant oder nur ein zu erforschender Randbereich. Dies hat sich inzwischen geändert. Spezielle hundepsychologische Testreihen, Intelligenzstudien und Emotionsanal y s e n erregten die Aufmerksamkeit von Kynologen. Obwohl sich dieses Gebiet heutzutage einen festen Platz in der Forschung erobert hat, sind die bisherigen Ergebnisse vielen Hundehaltern unbekannt, da es sich hier nach wie vor um ein wissenschaftliches Spezialgebiet handelt. Grund genug, das Gefühlsund Seelenleben unserer Hunde für uns Normalhundehalter transparenter zu machen. Die Antworten auf die nachfolgenden Fragen rücken unseren bellenden Begleiter in ein ganz anderes Licht. Mit diesem Hintergrundwissen lassen sich viele Verhaltensweisen genauer erklären. Dadurch ergibt sich ein deutlich besseres Verständnis von unserem Freund und Helfer „Hund“.  

Haben Hunde eine Seele?  

Das Wort „Seele“ wird im heutigen Sprachgebrauch mehrdeutig verwendet. Eine Definition des Begriffs lautet auf den Menschen bezogen „Die Gesamtheit allen Fühlens, Denkens und Empfindens“. Sehe ich mir meine beiden Hündinnen im täglichen Leben an, bin ich durchaus der Meinung, dass sie fühlen, denken und empfinden. Doch wie sieht das die Wissenschaft? Für die Forschung ist der Ausdruck „Seele“ eher abstrakt. Sie spricht vielmehr von Bewusstsein im weitesten Sinne. Dies beinhaltet die Summe des sozioemotionalen und verhaltensbiologischen Repertoires eines Tieres, inklusive der Frage nach seiner Intention, derzeitigen Laune und seiner allgemeinen Gemütslage. Studienergebnisse zeigen in der Tat, dass Hunde ein Bewusstsein haben. Außerdem hat die Gefühls- und Hirnforschung bewiesen, dass viele Tiere, so auch unsere Hunde, emotionale Regungen verspüren. Hunden kann also durchaus eine Seele zugesprochen werden, die leidet, wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Daher brauchen unsere Vierbeiner für ihr Seelenheil unbedingt den Kontakt zu Artgenossen, denn wir können ihnen den innerartlichen Sozialpartner nicht ersetzen.  

Nur durch das Spiel und die Kommunikation mit seinesgleichen wird der Hund zu einem sozioemotional empfindenden Wesen. Zudem sind für die Seele des Haushundes Geborgenheit und die Nähe zu uns sehr wichtig, denn die meisten Vierbeiner leben in Einzelhaltung, sodass der Mensch im alltäglichen Leben ihren bevorzugten Sozialgefährten darstellt. Umso nötiger ist die intensive Ansprache durch den und das Zusammensein mit dem Zweibeiner. Lebt ein Hund hingegen völlig alleine, erfährt er keinerlei Zuwendung und darf er auch nur selten spielen, verkümmert seine Seele. Ein enger Kontakt zur Bezugsperson bzw. Familie ist daher für Hunde von ganz entscheidender Bedeutung.