Wie intelligent sind Hunde?

Unsere Hunde sind weitaus intelligenter, als bisher angenommen. Wir nennen Ihnen spannende Details rund um die Intelligenz unserer Vierbeiner und geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Hund gezielt fördern können.

Hunde intelligent
  1. Hunde sind weitaus intelligenter, als bislang angenommen 
    In gewissen Situationen übertreffen sie sogar die Menschenaffen in ihrer Leistungsfähigkeit.  Somit konnte gezeigt werden, dass Hunde in der Lage sind, menschliche Zeigesignale korrekt zu interpretieren (z.B. ich zeige mit dem Finger nach links). Hierbei sind sie den Menschenaffen und Katzen weit überlegen. Wie kann man das erkären? Aufgrund der Domestizierung weisen Hunde einen wesentlich engeren Kontakt zum Menschen auf, und es ist bekannt, dass Hunde seit vielen tausend Jahren in enger Gemeinschaft mit uns Menschen leben. Affen hingegen weisen nicht diese symbio-tische  Lebensgemeinschaft zum Menschen auf. Daher konnte der Hund lernen, dem Menschen zu vertrauen, um ihm z.?B. bei der Nahrungssuche zu helfen. Diese Erfahrungen fehlen den Affen und Katzen. 

  2. Neue Namen schnell gelernt
    Hunde verfügen zudem über die Fähigkeit, einen neuen Namen einem bislang unbekannten Gegenstand spontan zuordnen zu können und zu behalten. Diese schnelle Lernfähigkeit von Wörtern wurde mit denen eines Kleinkindes verglichen, obwohl sich die Lernstrategien von Hund und Kind wohl eindeutig unterscheiden. 

  3. Spielzeuge ordnen / Kategorieverständnis zeigen
    Um es vorwegzunehmen, Hunde räumen ihre Spielzeuge nicht eigenständig weg und sortieren sie in eine Spielkiste. Aber sie tragen ihre Lieblings-plüschtiere aus dem Garten ins Haus, wenn z.B. Regen bevorsteht. Außerdem können sie noch mehr. Der Border Collie „Chaser“ konnte Spielobjekte den Kategorien „Bälle“ und „Frisbees“ korrekt zuordnen. Bälle sind rund, Frisbees sind Wurfscheiben. Das spiegelt eine Symbolisationsfähigkeit und eine Fähigkeit zur Kategorisierung und Konzeptbildung wider. Mein Hund „Husky“ bekam drei identisch aussehende Quietschies in  unterschiedlichen Farben von mir geschenkt:  Orange, blau und rot. Obwohl er viele andere Spielzeuge besitzt, wurden von ihm die drei  Quietschies nebeneinander gelegt. 

  4. Hunde können Wörter lernen und zuordnen
    Der Border Collie „Rico“ (Foto) kannte über 200 Namen, vorwiegend die seiner Spielzeuge (Kaminski et al., 2004). In einer Folgestudie konnte ein Border Collie namens „Chaser“ über 1.000 Namen von Spielzeugen erlernen und ein bereits betagter Yorkshire Terrier namens Bailey schaffte es immerhin noch, eine Vielzahl von 114 Spielzeugen auf sprachliche Aufforderung herauszusuchen.

  5. Hunde können mehrere Sprachen verstehen
    Haben Sie einen ausländischen Bekannten, der eine andere Muttersprache spricht als deutsch? Dann ist das ein Glücksfall für Ihren Hund, denn er kann von dem Fremdsprachengebrauch profitieren. Aber auch wenn Sie selbst als Herrchen oder Frauchen Wörter einer Fremdsprache können, bringen Sie Ihrem Hund wichtige Wörter in dieser Sprache bei. Es gibt einzelne, besonders begabte Hunde, die in der Lage sind, den Namen eines bestimmten Objekts, meistens eines der Spiel zeuge, in unterschiedlichen Sprachen zu erlernen. Mein eigener Hund hat das Talent zur Mehrsprachigkeit, was das Verständnis der Zuordnung eines Namens zu einem bestimmten Spielzeug betrifft. Auch kann er einen einfachen Befehl in unterschiedlichen Sprachen durchführen. Mein Mann ist Finne und wir sprechen mit unserem Hund auf deutsch, englisch, finnisch und französisch. Beispiel: die Aufforderung „komm hierher“ versteht er auch unter „viens ici“, „come here“, oder „tule tänne“, den Namen seines Plüschaffens als „Affe“, „Monkey“ oder „Apina“. Fordern Sie Ihren Hund heraus, beginnen Sie ihm, einen vertrauten Gegenstand zunächst in zwei Sprachen beizubringen. Sie werden sich wundern, wie schnell Ihr vierbeiniger Freund Sie versteht, wenn Sie mit ihm in einer anderen als der ihm vertrauten Sprache sprechen!

  6. Konzeptlernen
    In eigenen Versuchen gelang es mir, meinen Yorkshire Terrier „Mariechen“ Kategoriezuordnungen systematisch lernen zu lassen. Somit konnte der Hund an einer Vielzahl von Stofftieren zeigen, wo sich der Mund, die Augen und die Ohren befinden. Getestet wurde sie an ihren zahlreichen Plüschtieren. Bei der Aufforderung „Zeig mir die Ohren“ sollte Mariechen z. B. eines der Ohren des Spielzeugtieres berühren, egal, ob es sich hierbei um einen Affen, einen Hund, eine Katze oder ein anderes Spielzeug handelte. Sie erreichte eine erstaunlich hohe Trefferquote von bis zu 80 %. Das Problem im Training bestand jedoch darin, dass Mariechen es nicht akzeptieren konnte, einen Fehler gemacht zu haben. Hatte sie das falsche Körperteil berührt und erhielt sie somit kein positives Feedback, dann drehte sie ihren Kopf in die entgegengesetzte Richtung und weigerte sich konsequent, weiterzumachen. Somit musste das Training immer wieder abgebrochen werden.

  7. Gibt es Hunderassen, die deutlich intelligenter sind als andere?
    Der amerikanische Psychologe und Hundeforscher Stanley Coren (1995) schreibt Hunden die mentalen Fähigkeiten von zwei- bis zweieinhalbjährigen Kindern zu. Seiner Ansicht nach sind nicht alle Hunderassen gleichermaßen schlau. Stattdessen unterscheide sich die Intelligenz der Vierbeiner je nach Rasse. Nach den als besonders intelligent geltenden und von Coren auf Platz 1 gesetzten Border Collies belegte der Pudel Platz 2. Platz 3-5 belegten der Schäferhund, Golden Retriever und der Dobermann. Schlusslichter bildeten nach Coren der Afghanische und der Russische Windhund, hund, der Basenji, die Englische Bulldogge und der Chow-Chow. Mit der Interpretation sollte man jedoch vorsichtig sein. Es gibt folgende Kritikpunkte: Es kann in jeder Rasse sehr intelligente als auch dümmere Tiere geben, eine ganze Rasse somit als klug oder dumm zu bezeichnen, halte ich für fragwürdig. Bei Hunden ist es komplizier ter einen Intelligenzquotienten zu berechnen als beim Menschen. Es liegen keine vergleichbaren standar disierten Intelligenztests vor, wie wir sie aus der Persönlichkeitsforschung am Menschen kennen.