Mehrhundehaltung - Was Hundehalter sagen

Manchen Hundehaltern reicht ein Hund, andere sind wiederum der Meinung, dass man unmöglich nur einen wollen kann. Die hundeschau hat mit Hundebesitzer darüber gesprochen, mit wie vielen Hunden sie ihr Leben teilen möchten.

Mehrhundehaltung

„Mann kann unmöglich nur einen wollen“

„Wie lautet der bekannte Spruch noch mal? Mit Hunden ist es wie mit Chips. Man kann unmöglich nur einen wollen“, meint Anita Raufmann. Vor sechs Jahren schaffte sich die Inhaberin eines Modegeschäfts in Werther Labrador Retriever-Hündin Emma an. „Ich habe lange nach der passenden Rasse gesucht, denn ich brauche einen menschenfreundlichen Hund, den ich problemlos mit in mein Geschäft nehmen kann. Anita Raufmann und Emma entdeckten ihre Begeisterung für das Dummytraining, bei dem die Hunde im Gelände Attrappen apportieren.

Als Emma aus dem Gröbsten raus war und über einen guten Grundgehorsam verfügte, erwachte bei Anita Raufmann der Wunsch nach einem zweiten Hund. In einer Golden Retriever-Zucht, die speziell auf jagdliche Leistung ausgerichtet ist, fand sie den heute zweijährigen Stich, das Dummytraining liebt. „Jetzt läuft das ungefähr so: Werfe ich den Dummy und eine Wurst, apportiert Stich den Dummy und Emma den Leckerbissen.“ Beide Hunde begleiten Anita Raufmann jeden Arbeitstag mit in das Modegeschäft. Sie haben ihre Körbchen im hinteren Büroraum und dürfen auch ab und zu Kunden begrüßen, die nach ihnen fragen.

„Ein Hund hat mir immer gereicht“

„Mein Anliegen ist es, immer mit meinem Hund zusammen zu sein, ihn wenn es irgendwie geht, immer dabei zu haben. Das ist nur mit einem Hund realisierbar“, meint Marianne Ronsiek aus Werther. Ihr dreieinhalb Jahre alter Münsterländer-Beagle-Mix Lasse begleitet sie jeden Tag zur Arbeit ins Büro. Zwei Hunde könnte sie dorthin nicht mitnehmen. Sie hat Lasse so erzogen, dass er trotz seines ausgeprägten Temperaments brav unter dem Schreibtisch liegen bleibt. Der einstündige Spaziergang in der Mittagspause ist für beide ein herrlicher Ausgleich.

Auch der alljährliche Urlaub mit dem Wohnwagen ist mit nur einem Vierbeiner einfacher. „Lasse ist mein bester Freund. Ich möchte nicht mit zwei Hunden auf dem Sofa oder im Urlaub auf der Sonnenliege relaxen“, sagt Marianne Ronsiek. Währenddessen springt Lasse, als hätte er jedes Wort verstanden, auf die Couch und kuschelt sich an sein Frauchen. Vor Lasse gab es 17 Jahre lang die West Highland Terrier-Dame Biene. „Ein Hund hat mir immer gereicht. Oft sehe ich Leute, die nicht mal einen Hund richtig erziehen können und sich noch einen zweiten dazu holen. Das verstehe ich nicht.“

„Willie und Boomer halten immer zusammen“ 

Es war purer Zufall, dass die Siegburgerin Sabine Elze einen zweiten Hund bekam. "Da ich berufstätig bin, habe ich überhaupt nicht über die Option Zweithund nachgedacht", sagt sie. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Jack Russell-Hündin Dina entschied sie sich zusammen mit ihrem Mann für einen weiteren Hund. "So ganz ohne Vierbeiner ging es einfach nicht", erinnern sich die Elzes. Beim Durchstöbern von Tierschutzverein-Seiten im Internet stießen sie auf eine Hündin, die sie kurz darauf besuchten. "Da ging mein Herz aber leider nicht über", so Sabine Elze.

Der Tierschutzverein Lohmar stellte den Hundefreunden daraufhin die Terrier-Mix-Hündin Willie aus Griechenland vor. "Bei ihr hat es gleich klick gemacht". So kam Willie mit vier Monaten nach Siegburg. Während der Hundeschulstunden, die der Verein aus Lohmar anbot, lernten die Elzes Boomer kennen, ebenfalls ein Terrier-Mischling, der aus Teneriffa gerettet wurde und nun an eine Familie vermittelt war. Ein Jahr später klingelte der Tierschutzverein bei den Elzes an und fragte, ob sie sich noch an Boomer erinnern würden. Dieser sei von der Familie zurückgegeben worden.

Und so war Sabine Elze dann plötzlich um einen Hund reicher, der zuerst nicht so ganz von der dominanten Willie akzeptiert wurde. Durch Übungen mit einer Hundetrainerin wurden Willie und Boomer aber innerhalb eines Monats zu einem guten Team. "Willie, obwohl ein Jahr jünger, hat nach wie vor das sagen, Bommer ordnet sich unter", berichtet Sabine Elze, die es liebt, die Zwei bei Interaktionen untereinander und auch mit anderen Hunden zu beobachten. "Klaut ein fremder Hund Boomer den Ball, holt die freche Willie ihn für ihren Kumpel zurück. Die beiden halten zusammen".

Autorin: Anja Boecker