Spiele-Seminar

Hundegerecht spielen

 
Spielen ist für Hunde nicht nur Beschäftigung, sondern auch eine wichtige Form der Kommunikation. Im Seminar „Beziehungsvertiefung durch Spielmotivation“ der HundeTeamSchule (HTS) lernen Hundehalter neben verschiedenen Spieltechniken, wie sie ihren Hund motivieren und spielerisch die Mensch-Hund-Beziehung fördern.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum Sie eigentlich mit Ihrem Hund spielen? Hunde brauchen Beschäftigung. Hunde spielen einfach gerne. So oder so ähnlich antworten viele Hundebesitzer auf diese Frage. Damit liegen sie zwar nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig. Natürlich brauchen Hunde sinnvolle Aufgaben und die meisten Vierbeiner spielen gewiss gerne. Doch das ist längst nicht alles.

„Spielen und Spielmotivation gehören in den Bereich der Zuneigung und sind der ausgleichende Faktor in der Mensch-Hund-Beziehung“, sagt Anita Balser. Deshalb bedeutet Spielen für die Gründerin der HundeTeamSchule (HTS) in erster Linie Kommunikation. In der Praxis heißt das, „sich ohne Hilfsmittel wie Ball und Futter aufeinander einlassen und gemeinsam Dinge entdecken“, erklärt Anita Balser. Um Hundehaltern Wege spielerischer, hündischer Kommunikation aufzuzeigen, bietet das HTS-Team aus dem hessischen Usingen unter anderem das Seminar „Beziehungsvertiefung durch Spielmotivation“ an.

Spielaufforderung

„Mit diesem Seminar erweitert man quasi seinen hündischen Wortschatz“, sagt Michael Stephan. Was der Mitinhaber der HundeTeamSchule damit genau meint und wie lückenhaft dieser Wortschatz bei uns Menschen teilweise ist, stellt sich gleich zu Beginn des Wochenendseminars in Waiblingen bei Stuttgart heraus. Auf dem Trainingsgelände des Schäferhundevereins Waiblingen durfte erst einmal jeder Seminarteilnehmer vorführen, wie er mit seinem Hund spielt. Einige Hunde markieren das neue Revier oder laufen im strömenden Regen auf und davon, statt mit ihren Besitzern zu spielen. Ein paar Hunde würden gerne spielen, sind aber gehemmt und kommen nicht aus sich heraus. Zwei, drei regenscheue Hunde legen sofort den Rückwärtsgang ein und flüchten ins Trockene.

Der Grund dafür scheint weniger der Regen oder die Ablenkung durch andere Seminarteilnehmer und deren Hunde zu sein, sondern vielmehr die Hundebesitzer selbst. Denn häufig scheitert das Spiel schon an einer zu zaghaften oder ungestümen  Spielaufforderung, die den Hund eher irritiert als motiviert. Um den Hund zu motivieren ist es aber notwendig, sich darauf einzulassen, was der Hund will. „Es geht darum, den Hund dort abzuholen, wo er gerade ist. Also nicht nur agieren, sondern auch reagieren und erkennen, was der Hund anbietet“, erklärt Michael Stephan.

Spielregeln

Die Spielregeln sollte dabei aber trotzdem der Halter bestimmen, denn auch beim Spiel unter Hunden gibt es klare Regeln. Wie Hunde miteinander spielen, wann sie das tun wie sie dabei miteinander kommunizieren, beobachten die Trainer der HundeTeamSchule seit vielen Jahren bei Hunden aus ihren eigenen Rudeln und bei den Hunden ihrer Kunden. „Ein Hund kommt nicht zu einem anderen Hund und sagt: Hättest du vielleicht freundlicherweise die Güte mit mir zu spielen. Er sagt: Ich will jetzt spielen“, sagt Anita Balser. Damit das auch zwischen Mensch und Hund klappt, ist es hilfreich, sich auf die Ebene der Hunde zu begeben. Indem Sie sich als Einstieg in das Spiel zum Beispiel auf den Boden setzen und Ihren Hund knuddeln. Sie können sich auch anschleichen, ihn anrempeln oder ihm etwas klauen.

„Das Entscheidende dabei ist, authentisch zu sein. Wenn ihr wegrennt, rennt auch weg, ohne euch dabei umzusehen. Baut beim Anschleichen eine gewisse Körperspannung auf und geht leicht in die Knie“, erklärt Michael Stephan den Seminarteilnehmern. „Und zeigt euren Hunden nicht, wie langsam ihr nach ihren Maßstäben seid, sondern setzt euch auf den Boden, bevor sie euch einholen. Sonst verlieren sie schnell die Lust“, fährt der Hundetrainer fort. Wie überzeugend sie das gerade Gelernte anwenden können, probieren die Hundebesitzer zunächst in Zweierteams untereinander aus.

Spielen ohne Spielzeug

Danach dürfen die Hunde wieder mitspielen. Die nächste Übung ist stationäres Spielen ohne Spielzeug. Darunter fällt zum Beispiel gemeinsames Schnüffeln, sich auf dem Boden wälzen und spielerisches Raufen. Die Aufgabenstellung hängt dabei vom Charakter des Hundes ab. Bei einem Collie, der schnell überdreht, geht es darum, Ruhe ins Spiel zu bringen. Für die Besitzerin eines Ridgebacks ist es hingegen schon ein großer Erfolg, als ihr Hund im Regen ein paar Sekunden mit ihr spielt.

„Die Qualität ist beim Spielen wichtiger als die Quantität“, sagt Anita Balser. Aus diesem Grund sollten Bälle und andere Spielsachen nach den Vorstellungen der HundeTeamSchule immer nur sekundär motivierend eingesetzt werden. Das heißt: Im Mittelpunkt steht nicht der Ball, sondern das gemeinsame Ballspiel mit dem Menschen. Dass es sich dabei nicht nur um eine Idee der HTS-Trainer, sondern um hundetypische Verhaltensweisen handelt, führt Anita Balser mit ihrer Malinois-Hündin Kissme vor. Spielend bewegen sich die beiden kreisförmig um die HTS-Trainer Linda Sikorski und Thomas Juhe, die Kissme singend und ein Würstchen schwingend abzulenken versuchen. Kissmes Aufmerksamkeit bleibt trotzdem bei Anita Balser, die keine Kommandos oder Sichtzeichen gibt, sondern Trieblaute – also keine Wörter, sondern Töne wie tschabba oder eijeijei, die den Bewegungen angepasst sind – macht und unter ganzem Körpereinsatz mit ihr spielt. „Der Trick dabei ist, sich und seinen Körper als Persönlichkeit einzubringen“, erklärt die Hundetrainerin.

Spielen mit Spielzeug

Richtig eingesetzt und als Sekundärmotivation sind Spielsachen durchaus hilfreich. So eigenen sich Beißwürste, Futter-Dummys und Taue ausgezeichnet, um den Spieltrieb des Hundes anzuregen oder das Selbstbewusstsein schüchterner Hunde zu stärken – zum Beispiel, indem Sie ihn bei Zerrspielen gewinnen lassen. Kauspielsachen helfen Hunden, Stress abzubauen. „Bei der Wahl des geeigneten Spielzeugs kommt es darauf an, etwas zu wählen, das zweckmäßig für den Hund und das Spiel ist“, sagt Michael Stephan.

Ob beim Spiel mit oder ohne Spielzeug, im Vordergrund sollte immer die Interaktion zwischen Hund und Halter und der Spaß am gemeinsamen Spiel stehen. Das ist es vor allem, was die Trainer der HundeTeamSchule neben den Spieltechniken vermitteln möchten: „Frei von Anforderung und Zielen zu spielen und dabei mit seinem Hund regelrecht abzutauchen und die Welt um sich herum zu vergessen.“

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