Berner Sennenhund - Familienbezogener Kraftprotz

In den Hochlagen des Berner Oberlandes, aber auch in weiten Teilen der Schweiz, lebten bereits seit jeher Hunde, die sich durch ihre Kraft, Zuverlässigkeit, Arbeitswilligkeit und ihre Anhänglichkeit auszeichneten.

Fahrende Händler und Hausierer spannten die Hunde zum Transport ihrer Waren vor ihre Wagen. Für die Bauern transportierten sie die Milchkarren, ein kostbares Gut, zur nächsten Sennerei. Sie bewachten zuverlässig das Vieh, wilderten nicht und waren Freund, Helfer und Wächter auf den Höfen der Bauern. Ihrer Herkunft und Heimat zufolge gab die Menschen ihnen damals den Namen „Dürrbächler“.

Im Juni 1883 wurde von einigen besonders hundefreundlichen Menschen in der Schweiz zum Zwecke der Pflege und Aufzucht dieser Tiere die erste Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) gegründet. Man erkannte diese Tiere als eine der ältesten und edelsten Haustiere in der Schweiz. Ab 1900 wurden besonders ausgezeichnete und anerkannte Hunde im ersten Schweizerischen Hundestammbuch geführt. Teile dieser kynologischen Vereinigung bildeten sich in verschiedenen Kantonen der Schweiz und im selben Jahr wurde die erste schweizerische Hundeschau veranstaltet. 1902 stellten die Schweizer Bauern ihre Hunde bei Ausstellungen und 1907 begann man in Burgdorf mit der Reinzucht der Dürrbächler. Besonders Prof. Dr. Heim setzte sich für die neu entstehende Rasse ein. Der Geologe und Heimatkundler erstellte die Rassekennzeichen und gab den Hunden den Rassenamen Berner Sennenhund, unter dem sie bis heute bekannt sind.

Charakter & Verhalten

Der Berner Sennenhund ist ein besonders familienbezogener, kinderfreundlicher und anhänglicher Hund mit mittlerem Temperament. Er benötigt eine enge Anbindung an die Menschen und ist für Zwingerhaltung völlig ungeeignet. Sein liebenswertes und freundliches Wesen zeigt der Berner Sennenhund am besten als Mitglied der Familiengemeinschaft. Besonders zu Kindern pflegt der Berner Sennenhund eine enge Bindung.

Haltung & Pflege

Tägliche Spaziergänge sollten für einen Berner Sennenhund selbstverständlich sein. Die Intelligenz und Arbeitsfreude des Berner Sennenhundes fordern seinen Menschen zu vielen Aktivitäten heraus. Gerade die kühle Jahreszeit im Herbst und Winter lässt den Berner Sennenhund aufblühen. Das besonders schöne, weiche Haarkleid des Berner Sennenhundes erfordert tägliches Bürsten. Die dichte Unterwolle sollte einmal in der Woche ausgekämmt werden. Zudem gilt es ein besonderes Augenmerk auf die Fütterung dieser schnell wachsenden Rasse zu legen. Der Berner Sennehund ist ein guter Futterverwerter und darf besonders in der Wachstumsphase nicht überfüttert werden.

Beschäftigung & Erziehung

Intelligente und kluge Hunde wie der Berner Sennenhund wollen ausgelastet werden. Dabei ist eine gute Erziehung unerlässlich. Ab dem ersten Lebensjahr eignet sich ein gesunder Berner Sennenhund für viele Hundesportarten. Der Berner Sennenhund ist allerdings kein Langstreckenläufer. Generell ist es wichtig, individuell auf die Größe und das Gewicht des Hundes Rücksicht zu nehmen. Der Hund darf für seine Besitzer nicht zum Sportgerät werden, um deren Ehrgeiz zu befriedigen. An erster Stelle sollten der Spaß und die Freude an der Bewegung stehen. Berner Sennehunde haben zum Beispiel Freude an der Fährtenarbeit und eignen sich auch zur Ausbildung als Rettungs- und Therapiehund.

Erbanlagen und Gesundheit

Wie bei allen großen Rassen können beim Berner Sennenhund Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie zum Problem werden. Strenge Zuchtbestimmungen der Vereine haben diese Erkrankungen unter Kontrolle, sodass schwere Hüftgelenksdysplasie beim Berner Sennenhund eher selten vorkommt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Lebenserwartung der Hunde. So verlangt zum Beispiel der Schweizer Sennenhund Verein als bindende Bestimmung beim Zuchteinsatz von Rüden und Hündinnen den Altersnachweis von zehn von 14 Ahnen. Das heißt, diese Informationen müssen den Zuchtverantwortlichen bis zu den Urgroßeltern vorliegen.

Steckbrief

  • Klassifikation nach FCI: Nr. 45, Gruppe 2, Sektion 3: Schweizer Sennenhunde
  • Herkunft: Schweiz
  • Größe:
    Rüden: 64 bis 70 cm
    Hündinnen: 58 bis 66 cm
  • Gewicht: 38 bis 55 kg
  • Fellarten: Stockhaar, Langstockhaar
  • Fellfarben: schwarze Grundfarbe, braunroter Brand an den Backen, über den Augen, an allen vier Läufen und auf der Brust, weiße Brust-, Kehl- und Kopfzeichnung, weiße Pfoten und weiße Rutenspitze
  • Lebenserwartung: ca. 10 Jahre
  • Verwandte Rassen: Großer Schweizer Sennenhund, Appenzeller Sennenhund, Entlebucher Sennenhund