Deutscher Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund, wie wir ihn heute kennen, ist noch keine alte Rasse. Er entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen bodenständigen deutschen Hütehundrassen.

Schäferhund

Die Stärken des Deutschen Schäferhundes liegen längst nicht mehr nur in der Hütearbeit. Der Deutsche Schäferhund bewährt sich seit Jahrzehnten als Polizeihund, Rettungs- und Lawinenhund, Suchhund oder Blindenhund. Deutsche Schäferhunde gab es zu Beginn der Reinzucht noch in drei Haartypen: Stockhaar, Langhaar und Rauhaar. Über lange Jahre waren dann lediglich stockhaarige Schäferhunde erwünscht, seit Kurzem sind aber auch die langstockhaarigen Deutschen Schäferhunde wieder offiziell anerkannt. 

In den letzten Jahrzehnten entstanden in Deutschland zwei verschiedene Zuchtrichtungen des Deutschen Schäferhundes, die sich mittlerweile deutlich voneinander unterscheiden: Die sogenannte Hochzucht, die vor allem auf die Schönheit ausgerichtet ist und die Leistungszucht, die in erster Linie auf die Gebrauchstüchtigkeit der Hunde achtet.

Charakter & Verhalten

Deutsche Schäferhunde sind sehr wachsam und interessieren sich für alles, was um sie herum geschieht. Dabei gehen Deutsche Schäferhunde eine sehr enge Bindung zu ihrer menschlichen Bezugsperson ein und lernen schnell und gerne. Diese beiden Merkmale bedeuten aber auch, dass ein Deutscher Schäferhund unbedingt eine Beschäftigung braucht, um seine positiven Eigenschaften voll entfalten zu können. Der gut ausgelastete Deutsche Schäferhund mit sicherer Bindung zu seinem Besitzer ist hingegen nervenstark und anpassungsfähig.

Haltung & Pflege

Das ideale Heim für einen Deutschen Schäferhund wäre ein Haus mit Garten ideal. Der Aufenthalt in überheizten Räumen ist für einen Hund mit solch wetterhartem Haarkleid eher unangenehm. Für einen Deutschen Schäferhund müssen täglich viel Bewegung und Beschäftigung an der frischen Luft auf dem Programm stehen. Vor allem während des Haarwechsels kann ein Deutscher Schäferhund große Mengen Unterwolle abstoßen, die durch regelmäßiges Bürsten – beim langhaarigen Deutschen Schferhund auch Kämmen – entfernt werden sollten. Duetsche Schäferhunde haben in der Regel ein kräftiges und gesundes Gebiss. Allerdings kann es vereinzelt beim sportlichen Einsatz oder bei zu wilden Spielen einmal zu einem Zahnbruch kommen.

 

 

Schäferhund Welpe

Beschäftigung & Erziehung

Die Grundvoraussetzung für die Erziehung des Deutschen Schäferhundes zum zuverlässigen Begleithund ist eine sorgfältige und umfassende Sozialisierung. Der kleine Schäferhund sollte mit all den verschiedenen Lebewesen und Situationen vertraut gemacht werden, denen er in seinem Leben begegnen kann und wird. Ganz besonders wichtig ist es deshalb, dass die Deutschen Schäferhund-Welpen bereits beim Züchter verschiedene Alltagssituationen kennenlernten und dass die Erfahrungen dann auch in ihrem neuen Zuhause ausgeweitet und behutsam intensiviert werden.  

Später lernt der Hund dann – am besten unter fachkundiger Anleitung auf einem Hundeplatz – das Einmaleins der Hundeerziehung und je nach individueller Veranlagung des Deutschen Schäferhundes und der Motivation des Besitzers spannende Beschäftigungsmöglichkeiten wie Agility, Fährten- oder Rettungshundearbeit.

Erbanlagen & Gesundheit

Eine Schwachstelle mancher Deutschen Schäferhunde ist der Bewegungsapparat. Hüftgelenksdysplasie (HD) ist beim Deutschen Schäferhund leider immer wieder ein Thema, ebenso das sogenannte Cauda-Equina-Syndrom, bei dem aus dem Rückenmark austretende Nervenwurzeln im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins eingeengt werden. Die Ursachen sind erbliche Faktoren und Umweltfaktoren wie dauerhafte körperliche Überforderung. 

Die teilweise extreme Betonung bestimmter körperlicher Merkmale in der Hochzucht (Schönheitszucht) hat dazu geführt, dass viele Deutsche Schäferhunde heute eine extrem abfallende Rückenlinie und überstark gewinkelte Hintergliedmaßen haben. Man vermutet, dass durch diese anatomischen Übertreibungen die eingangs erwähnten Schwachstellen des Bewegungsapparates mit verursacht wurden und teilweise leider auch immer noch werden.  

Die heute zunehmend umstrittene Inzucht war in der Hundezucht lange ein probates Mittel, um relativ schnell einen gewünschten Typ zu festigen. Bei einem zu hohen Ahnenverlust, also wenn es auf der väterlichen und/oder mütterlichen Seite zu viele gemeinsame Vorfahren gibt, können jedoch gesundheitliche Schwächen auftreten.

Steckbrief

  • Klassifikation nach FCI: Nr. 166, Gruppe 1, Hütehunde und Treibhunde
  • Herkunft: Deutschland
  • Größe:
    Rüden: 60 bis 65 cm
    Hündinnen: 55 bis 60 cm
  • Gewicht:
    Rüden: 30 bis 40 kg
    Hündinnen: 22 bis 32 kg
  • Fellarten: Stockhaar, Langstockhaar
  • Fellfarben: Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, Schwarz einfarbig, Grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und schwarzer Maske
  • Lebenserwartung: ca. 12 Jahre
  • Verwandte Rassen: Belgischer Schäferhund, Weißer Schweizer Schäferhund, Holländischer Schäferhund, Altdeutsche Hütehunde