Terrier - Raue Schale, weiches Herz

Es gibt Hunde, und es gibt Terrier! Doch was ist an dem, was man Terriern nachsagt, wirklich dran?

Terrier

Der dreijährige Jack Russell Terrier Pino hat eigentlich alles, was sich ein Hund nur wünschen kann: ein schönes Haus, einen großen Garten und liebevolle Besitzer, die mit ihm im Garten und – falls die Luft rein ist – auch im Park Ball spielen. Sogar in der Welpengruppe und Junghundgruppe war Pino. Wenn er möchte, kann er auch ganz viele Kommandos ausführen. 

Trotzdem darf Pino aufgrund seines starken Jagdtriebes und seiner vermeintlichen Schwierigkeiten mit Artgenossen nur an der Flexi-Leine laufen. Trifft der Terrier auf Radfahrer, Jogger oder spielende Kinder, bellt er und zerrt wie wild an der Leine. Klagen seine Besitzer bei anderen Hundehaltern über ihr Leid, bekommen sie meist zu hören: „Naja, das ist eben typisch Terrier!“ Was ist an diesen Vorurteilen wirklich dran? Hier lohnt ein Blick in die Vergangenheit und darauf, wofür Terrier ursprünglich gezüchtet wurden. Und dann wäre da natürlich noch die Frage, ob auch aus einem Terrierwelpen ein ausgeglichener und gelassener Begleiter werden kann.

Terrier sind mutige Jagdhunde

Zunächst sind Terrier erst einmal unglaublich süß und strahlen Lebenslust und pure Freude aus. Doch was steckt hinter dieser Fassade? Terrier (der Name kommt von Terra = Erde) sind Jagdhunde, die je nach Spezialisierung bei der Jagd auf Füchse, Marder, Wildschweine und Co. eingesetzt wurden – und auch immer noch eingesetzt werden. Für diese Aufgaben benötigen diese Hunde eine ordentliche Portion Mut. Je nach Region entwickelten sich unterschiedliche Terriertypen, auf die besonders eines zutrifft: raue Schale, weiches Herz! Ihre fröhliche Art und ihr liebenswerter Charme machten Terrier zu beliebten Familienhunden. Sie passen von der Größe gut in unsere moderne Welt, sind stets gut gelaunt und nehmen einem so schnell nichts krumm. 

Im Normalfall sind Terrier wachsam, aber nicht aggressiv. Sie meistern unseren hektischen Alltag mit viel Freude. Dennoch sind Terrier sehr eigenständige Hunde und fordern Ihren Halter täglich aufs Neue. Um mit einem Terrier einen ausgeglichenen und entspannten Begleiter zu bekommen, der Freilauf und Kontakt mit Artgenossen genießen kann, gilt es von Beginn an einige Dinge zu beachten.

Die richtige Welpengruppe

Eine Welpen- und später Junghundgruppe kann für Sie und Ihren süßen Terrierwelpen sicherlich von Vorteil sein – vorausgesetzt, ein kompetenter Hundetrainer leitet sie. In einer Welpengruppe ist es wichtig, Rasseeigenschaften zu erklären und Hinweise zu den verschiedenen Hunden und Verhaltensweisen geben zu können. 

Dazu gehört auch, bei Terrierwelpen zunächst einmal auf übertriebene Ball- oder Wurfspiele zu verzichten, da diese den ohnehin sehr agilen Hund oftmals übermäßig hochschrauben. Zudem kommt er so schon sehr früh auf den Geschmack des selbstbelohnenden Verhalten des Hinterherhetzens, was es umso schwieriger macht, das Jagen im Wald später wieder zu unterbinden. Versteck- und Suchspiele eignen sich da wesentlich besser. 

Es ist nicht die Kunst, einen Terrier wild zu bekommen. Die Herausforderung liegt darin, ihm Ruhe und Gelassenheit zu vermitteln. Leider verwechseln viele Halter den ballgierigen Blick mit Zuneigung und gemeinsam Spaß haben. Wie aber soll ein Hund zwischen den ganzen Bewegungsreizen in seiner Umwelt unterscheiden, wenn er diesen frühzeitig und in falscher Art und Weise ausgesetzt wird. Einem Terrierwelpen fällt das ruhige Abwarten meist viel schwerer als Hunden vieler anderer Rassen. Um einen gelassenen und ausgeglichenen Begleiter zu bekommen, sollte deshalb gerade das geübt werden.

Terrier brauchen Grenzen und Führung

Ob Welpe, Junghund oder bereits erwachsener Hund, Ihr Terrier wird wahrscheinlich immer wieder Gelerntes hinterfragen und austesten, wie weit er bei Ihnen gehen kann. Darum ist es entscheidend, klare Grenzen zu setzen und dabei ruhig, aber bestimmt zu handeln. Ihre eigene Ruhe und Sicherheit übertragen sich auch auf Ihren Hund – auf der anderen Seite aber auch Hektik und Unsicherheit. 

Hunde lernen bis ins hohe Alter. Daher lohnt es sich immer, einen erfahrenen Trainer aufzusuchen und sich in einigen wenigen Stunden abgestimmt auf den eigenen Hund beraten zu lassen. Jeder Hund ist ein eigenständiges Individuum und alle Rasseeigenschaften werden immer in unterschiedlichem Maße zutreffen – oder auch nicht zutreffen. Ziel muss es also sein, Tendenzen zu erkennen und nicht zu verallgemeinern.