Dominanz beim Hund

Der Mensch sollte immer vor seinem Hund essen und als erster durch die Türe gehen. Diese und ähnliche Klischees halten sich hartnäckig. Hundetrainerin Anja Boecker räumt mit vier gängigen Irrtümern auf.

Hund Dominanz

Zieht der Hund an der Leine, hat der Mensch seine Führungsposition verloren!

Hunde sind nicht dominant, weil sie an der Leine ziehen. Es ist eher wahrscheinlich, dass ein Hund nicht gelernt hat, was Leinenführigkeit bedeutet. Vielleicht interessieren ihn Gerüche, an denen er unbedingt schnüffeln möchte oder er freut sich einfach auf seinen Hundekumpel zum gemeinsamen Gassigang. Hat er mit dem Ziehen an der Leine Erfolg, wird sich dieses Verhalten festigen und der Hund wird ständig ziehen.
Der Hund hat schlicht und einfach das Ziehen gelernt, um schneller an sein Ziel zu kommen.

Der Mensch sollte immer vor seinem Hund essen, denn das „Alphatier“ isst zuerst!

Auch diese Feststellung entbehrt jeder Grundlage. Die Nahrungsaufnahme ist nicht an der Rangposition festgemacht. Der Hundehalter kann also essen, wann immer er möchte und seinen Hund vorher oder nachher füttern – ganz wie es ihm beliebt.

Der Hund darf nicht zuerst durch die Tür gehen!

Auch hier verliert der Mensch nicht sein Gesicht, wenn sich der Hund zuerst seinen Weg durch die Tür bahnt. Hunde sind einfach viel schneller als wir Menschen und sprinten oftmals voraus. Möchte man nicht, dass der Hund aus Sicherheitsgründen zuerst durch die Tür läuft, so sollte man es ihm beibringen. Hier halten wir uns aber eher im Bereich Lernverhalten auf.

Erhöhte Liegeplätze sind für Hunde tabu!

Ranghohe Tiere suchen sich nicht nur erhöhte Ruheplätze, sondern liegen eher da, wo es ihnen gerade beliebt. Jeder andere Hund darf sich hinlegen, wo er möchte und muss nicht unterhalb liegen. Auch ob der Hund im Bett oder auf dem Sofa liegen darf, ist die freie Entscheidung des Hundehalters und hat nichts mit Dominanz zu tun. Hunde suchen als soziale Tiere die körperliche Nähe ihres Sozialpartners und lieben das Kontaktliegen.