Wie viel Zuneigung will Ihr Hund?

Wir Menschen meinen es nur gut mit unseren Hunden. Doch Fürsorge kann man auch übertreiben. Können wir unsere Hunde zu sehr lieben? Wann wird es unseren Hunden zu viel?

Hund Zuneigung

Stellen Sie sich vor, es ist Montagabend. Sie kommen gestresst nach Hause und Ihr Partner öffnet Ihnen die Tür. Es riecht nach leckerem Essen. Der Weg zum Esszimmer ist mit Rosenblättern gesäumt und neben dem Duft weisen Ihnen wunderschön schimmernde Kerzen den Weg. Nach dem Essen wartet schon Ihre Lieblings-DVD auf Sie. Ein Traum wird wahr.  

Stellen Sie sich vor, es ist Dienstagabend. Sie kommen gestresst nach Hause und Ihr Partner öffnet die Tür. Alles ist genauso perfekt organisiert wie am Montag. Ein wunderbares Gefühl. Stellen Sie sich vor, es ist Mittwochabend. Sie kommen mit guter Laune nach Hause und Ihr Partner öffnet die Tür. Sie erkennen den Geruch und wissen, dass das Essen schon auf Sie wartet. Auch der dritte Teil Ihres Lieblingsfilms ist vorbereitet.  

Stellen Sie sich vor, es ist Donnerstagabend. Sie waren noch mit ein paar Kollegen essen und kommen nach Hause. Auf das vorbereitete Essen haben Sie eigentlich schon keine Lust mehr. Sie würden heute auch einfach gerne mal die Jogginghose überstreifen und eine Gameshow gucken? Was ist geschehen? Gibt es ein „Überlieben“? Ein Zuviel an Aufmerksamkeit? Zu viel Zuwendung? Wie viel Beschäftigung?

Hunde sind Rudeltiere

Jetzt soll es hier um unsere vierbeinigen Lieblinge gehen. Aber, genau in die Falle des „Überliebens“ tappen immer mehr Hundehalter. Hunde sind Rudeltiere und das Rudel besteht bei den meisten Hunden aus einer Menschenfamilie mit mehr oder weniger Mitgliedern. Oftmals gibt es noch weitere Hunde oder auch andere Tiere in der Familie. Am besten wäre es, wenn der Hund den ganzen Tag gemeinsam mit seinem Rudel verbringen könnte. Dies kann aber kaum jemand leisten, sodass der Hund mehr oder weniger oft alleine bleiben muss. Für die meisten Hunde stellt dies auch kein Problem dar. Wir als Menschen sollten uns um den Hund kümmern und natürlich gehört dazu auch, dass wir uns dem Hund zuwenden. Allerdings heißt Zuwendung auch, dass wir Grenzen ziehen.

Wie viel Beschäftigung?

Das Thema „Hundebeschäftigung“ ist heutzutage in aller Munde und wird viel diskutiert. Aber, was ist wirklich dran am Thema „Beschäftigung“? Sicherlich sollte jedem Hundebesitzer klar sein, dass er sich mit den rassespezifischen Beschäftigungsmöglichkeiten seines Hundes auseinander setzen muss. Ist es ein gesundes Maß an Beschäftigung, wenn in der Hundeschule diskutiert wird, ob der „Zweitwohnsitz in der Hundeschule“ anzumelden sei oder das Vereinsheim als zweite Heimat benannt wird?   Der tägliche Besuch der Hundewiese zum Toben mit Artgenossen gehört ebenso zum Tagesablauf wie das Aufstehen und Zubettgehen? Die Suchspiele beim Gassigang, die kleine Trickserei bei der Pippirunde, der mehrfach wöchentlich stattfindende Besuch im Tierpark um Hund und Halter noch besser zu einem Team werden zu lassen? Das zusätzlich gebuchte Hütetraining am Sonntag für den gestressten Hütehund. Das Bindungsseminar für den Herdenschutzhund, der so gar kein Interesse an seinen Menschen zeigt. Der eiligst gebuchte Aufenthalt im Hund-Mensch-Hotel, damit sich der Hundehalter mal eine Woche komplett auf seinen Vierbeiner konzentrieren kann und die Förderung des Hundes nicht zu kurz kommt.

Wie viel Liebe?

In unserer Titelgeschichte erfahren Sie mehr darüber, wie viel Liebe ein Hund benötigt und was zu viel und was zu wenig ist.